Rheingau

Der 50.Breitengrad läuft durch Mainz, überquert den Rhein und verläuft zwischen Geisenheim und Jogannisberg

Der 50.Breitengrad läuft durch Mainz, überquert den Rhein und verläuft zwischen Geisenheim und Johannisberg. Weiter westlich durchquert er die Mosel und läuft durch Winnipeg (Kanada).

Der Rheingau gehört zu den nördlichsten Weinbaugebieten der Welt und ist bekannt für sein Cool Climate, das einzigartige Rieslingweine hervorbringt. 1.600 Sonnenscheinstunden, gepaart mit 10-11 °C  Jahresdurchschnittstemperatur ergeben eine wertvolle lange Reifephase. Cool Climate am 50. Breitengrad. Als geschlossenes Weinbaugebiet mit ca. 3.100 ha Rebfläche ist es maßgeblich vom Riesling geprägt, aber auch Spätburgunder und einige Experimente mit der Sorte Sauvignon blanc lassen jeden Besuch im Rheingau zu einer interessanten Weinreise werden. Neben traditionellen Weinerzeugern wie Schloß Johannisberg, Schloß Vollrads oder dem weltberühmten Kloster Eberbach finden sich inzwischen einige Newcomer, die die Weinlandschaft der Region bereichern. 78% der Rebfläche sind mit Riesling bestockt und 12 % mit Spätburgunder – doch unzählich viele Kleinklimata und verschiedenste Bodenformationen lassen unendlich viele verschiedene Rieslingweine entstehen. Der Weinbau im Rheingau bietet alles, von extremen Steillagen bis zu sanften Hügellandschaften, doch eines haben sie alle gemein: die edelste Weißweinsorte der Welt, den Riesling. Der Rheingau ist das weltweit größte zusammen hängende Anbaugebiet für Riesling und sorgt immer wieder durch frische und fruchtige Weinstilistiken für Aufsehen; angefangen bei leichten Sommerweinen, bis hin zu hoch gehandelten Trockenbeerenauslesen und Eisweinen. Und auch die Bodenvielfalt im Rheingau kann sich sehen lassen. Vor etwa 400 Millionen Jahren befand sich im Gebiet des heutigen rheinischen Schiefergebirges ein flaches Meer. Sand und Ton, die  durch die Flüsse angespült wurden, sanken zu Boden und erreichten schließlich eine Mächtigkeit von mehreren Tausend Metern. Durch den hohen Druck, der auf ihnen lastete unterlagen sie einer langsamen Metamorphose. Sand wurde zu Quarzit, Ton zu Tonschiefer. Beide sind heute charakteristisch für die Böden im Mittelrheintal und dem Rheingau. Hinzu kommt oftmals eine Schicht aus Mergel und Löss, die für die Eignung zum Weinbau hinsichtlich ihres Mineralstoff – und Nährstoffreichtums eine wichtige Rolle spielen. Löss hat eine sehr feine Partikelstruktur und setzt sich aus Quarz, Feldspat, Glimmer und Kalk zusammen. Wasser und Nährstoffe stehen der Rebe somit ausreichend zur Verfügung und die Rebwurzeln können leicht in die Tiefe gehen und dort weitere Mineralstoffe aufnehmen. Lössböden gelten als hervorrangende Weinbergsböden mit gesunden Reifebedingungen. Im Zuge der Erdgeschichte kam es zu Kontinentalverschiebungen, wodurch letztlich die Auffaltung des heutigen rheinischen Schiefergebirges stattgefunden hat. Auf engem Raum kommt es somit zur Ausprägung von sehr unterschiedlichen Bodenarten. Quarzit und Schiefer, aber auch Phyllit und Sandstein, Tonmergel und Sandlöss, sowie Auenböden sind im Rheingau zu finden und bestimmen in Kombination mit den Mikroklimata die unendliche Vielfalt des Rheingau Rieslings.

Nicht nur in der Gastronomie genießt die Riesling-Kategorie „Erstes Gewächs“ einen hervorragenden Namen. Grundlage für diese hohe Auszeichnung dieser besonders klassifizierten Weinbergslagen sind umfangreiche Untersuchungen zur Topographie, der Sonnenexposition und der Temperaturverhältnisse in den Weinbergen. Die hohe Dichte dieser besonders geeigneten und klassifizierten Lagen bezeugt dem Rheingau eine besondere Güte für die Vinifikation von Spitzenweinen. Neben Wein lassen sich auch weitere Kulturgüter entdecken, wie z.B. das Brentanohaus in Winkel oder den Rheingauer Dom und Schloß Schönborn in Geisenheim. Die Stadt Geisenheim, weltberühmt durch seine Hochschule für Wein- und Gartenbau beheimatet etwa 10 Winzer.